Die Mörderschwestern

Die Mörderschwestern

Kulturfabrik Austria
Regie: 
Peter Kern
Darsteller: 
Susanne Wuest
Helmut Berger
Cornelia Albrecht
Marc Bischoff
Kathrin Beck
Drehort: 
Wien
Synopsis: 

Welturaufführung/ DIAGONALE - 24. März 2011
„MÖRDERSCHWESTERN“ – Ein Film von Peter Kern

Mittelpunkt des Films steht die Figur Tabea Wohlschläger. Sie wird als eine der Lainzer "Todesengel" nach 15 Jahren Haft entlassen und arbeitet in einem Gasthaus im Wiener Prater.
Nervtötende Gäste lassen in ihr Rachegelüste aufsteigen, sie vergiftet eine Stelze. Ein Unfall bringt die Mörderin ins Krankenhaus, wo sie ihren Rachefeldzug fortsetzt.

Nicht gerade zimperlich geht Peter Kern mit seinem Publikum um. Schon vor dem Screening gesteht er dem ausverkauften Saal, er fühle sich beleidigt ob der vielen Besucher, er habe ja schließlich bei Facebook dazu aufgerufen, nicht in die Vorführung zu kommen. Angekündigt wurde Mörderschwestern als interaktiver Kinofilm, bei dem das Publikum durch Abstimmung bestimmen kann, wie es weitergeht. Doch das entpuppt sich als geschickter Aufhänger, als einstimmende Farce in eine Art Publikumsbeschimpfung und Medien- und Gesellschaftskritik. Mörderschwestern behandelt frei einen Skandal von 1989, bei dem vier Krankenschwestern in Lainz knapp 50 »lästige« Patienten mit Injektionen getötet hatten. Doch statt einer Dokumentation, psychologischer Spurensuche oder dramaturgischer Rekonstruktion erwartet den Zuschauer eine wilde Mixtur von (scheinbarer) Interaktion, Lehrfilm und Anarchie. Hatte Michael Haneke mit Funny Games seine Kritik an der Mediengewalt noch geschickt als harten, fast unzumutbaren Film getarnt, geht Kern in die Offensive. Er läßt die Zuschauer per Handy »abstimmen«, welche Figur als nächstes sterben soll und macht sie so zu Tätern. Denn in dem er ihnen scheinbar die »Wahl« über den Verlauf des Films läßt, verweist er auf ihre Unmündigkeit als Zuschauer und den unreflektierten Konsum medialer Gewalt. All das passiert nicht didaktisch, sondern wild, albern und klug.Mörderschwestern ist anstrengend, zynisch und besserwisserisch, es ist eher ein Experiment denn ein Film und gerade deshalb so unterhaltsam und wirkungsvoll. Lange wurde einem nicht mehr so kreativ der Kopf gewaschen.

Die Schauspieler arbeiteten für geringe oder gar keine Gage. Die Hauptrolle spielt die Wienerin Susanne Wuest. Sie reizte an der Rolle die Frage, "was die Faszination an einem Menschen ausmacht, der Leute auf dem Gewissen hat".
In einer Gastrolle als Oberarzt ist Helmut Berger zu sehen. Ihn hatte die Aktualität der Geschichte gereizt: "In der letzten Zeit hatten wir grausame Mordfälle nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa sind solche Geschichten durch die Medien gegangen.

Trailer: http://wn.com/Kathrin_Beck