Grenzgänger

Grenzgänger

Prisma
Regie: 
Florian Flicker nach Karl Schönherr
Darsteller: 
Andreas Lust
Andrea Wenzl
Stefan Pohl
Drehort: 
Wien
Niederösterreich
Synopsis: 

Die March-Au, Grenzgebiet zwischen Österreich und Slowakei im Sommer 2003. Morastige Flussarme und Urwälder erinnern mehr an das Dschungelgebiet des Amazonas als an eine österreichische Landschaft. Mittendrin liegt „Das Letzte Haus“, ein Wirtshaus für die wenigen Wanderer, die es hierher verschlägt, und für die jungen Präsenzdiener, die von Wachtürmen aus die Grenze observieren. Geführt wird das Haus vom Au-Fischer HANS (35) und seiner Frau JANA (30, in der in der Slowakei geboren); zusätzlichen Nebenerwerb bringt die illegale Flüchtlingshilfe, die Hans nächtens in der Au leistet. Das Bundesheer weiß längst von seiner Tätigkeit, konnte ihm aber bisher nichts nachweisen. Der Präsenzdiener (RONNIE, 20) bringt Unruhe in die stille Harmonie des Paars. Ronnies Interesse an Jana macht Hans misstrauisch. Er ist sicher, dass Ronnie den Auftrag erhalten hat, sich an Jana ranzumachen, um über sie Hans’ illegale Schleppertätigkeit aufzudecken: „Der is’ a Mata Hari, das sag ich dir.“ Sein Plan: Jana soll zum Schein auf die Annäherungsversuche Ronnies eingehen, ihn in Sicherheit wiegen und ablenken, während Hans nächtens Flüchtlinge über die Grenze führt. Von Hans dazu getrieben, macht Jana das Spiel mit: der vorerst nur holpernde, taktisch motivierte Flirt wird immer mehr zu einem emotionalen Pokerspiel, Hans’ eigenbrötlerische Verschlossenheit treibt Jana nur weiter ins Spiel und erlangt durch Ronnies Präsenz eine für Jana erniedrigende Qualität. Als ihre Affaire mit Ronnie auch von Hans nicht mehr verdrängt werden kann, geht er endlich in die Offensive. Über Jana hinweg schlägt er seinem Rivalen einen Handel vor und die zwei Männer einigen sich: Ronnie wird die Au verlassen. Dermaßen übergangen plant Jana ihren geordneten Rückzug, der die beiden Männer ein letztes Mal im Letzten Haus zueinander führen wird. Liebe ist groß. Verrat ist größer.