Kleine Fische

Kleine Fische

Novotny & Novotny
Regie: 
Marco Antoniazzi
Darsteller: 
Michael Steinocher
Volker Schmidt
Sabrina Reiter
Agnes Riegl
Brigitte Kren
Drehort: 
Österreich
Synopsis: 

'Kleine Fische' erzählt die Geschichte zweier auf den ersten Blick ungleicher Brüder: Auf der einen Seite Kurt (dargestellt von Volker Schmidt), ein Rebell und Ausreißer, und auf der anderen Seite Martin (Michael Steinocher), der Schüchterne und Stubenhocker.
Nachdem Kurt als Erstgeborener der Familie schon früh aus dem Elternhaus ausgerissen war, um in Hamburg als Computerspezialist ein kleines, aber gewinnbringendes Multimedia-Geschäft (inklusive schwarzem Porsche Cabrio) aufzubauen, lebt sein jüngerer Bruder Martin noch im elterlichen Haus und arbeitet zuverlässig im familieneigenen kleinen Fischladen eines Wiener Grätzls mit.
Für den 24-jährigen Martin dreht sich eigentlich sein ganzes Leben um den Fisch: Die häuslichen Familiengespräche sind bestimmt von Fisch, das tägliche Mittagessen besteht in der Regel aus Fisch, der die Standards nicht mehr erfüllt, um hinter der Warentheke verkauft zu werden – und familiäre Unternehmungen und Urlaube bestehen in der Regel aus Angelausflügen; ganz zu schweigen von einem ständig gegenwärtigen Fischgeruch.
Das kleine Fischgeschäft ist verschuldet und in dieser Form bereits Martin überschrieben.
Eines Tages verstirbt der gemeinsame Vater Martins und Kurts, Tesarek, unerwartet, nachdem er im geschäftseigenen Kühlhaus auf einem Eisklumpen ausgerutscht war – und nach 13 Jahren treffen die Brüder nun bei dessen Beerdigung erstmals wieder aufeinander. Zunächst sind sie nur verbunden durch das Erbe ihres Vaters: Dem Fischgeschäft - denn Kurt fordert, in Wien angekommen, seinen Pflichtanteil des Erbes ein.
Bis zu diesem Zeitpunkt war es für Martin keine Frage gewesen, dass er den Laden der Familie weiterführen würde - denn schließlich hatte er dies im Unterschied zu seinem älteren Bruder Kurt schon immer getan. Und Martin hatte es schon immer als einen gewissen Verrat an der Familie empfunden, dass Kurt so früh das elterliche Haus verlassen hatte.
Das Erbe sollen nun aber beide Brüder antreten. Sowohl die Brüder als auch deren Mutter (Brigitte Kren) sehen sich mit der Frage konfrontiert, welches die beste Lösung sei für die Zukunft von Familie und Fischladen - während sich Martin in der Globalisierungskritik engagiert und den Laden auf den Grundlagen ökologisch-verantwortungsbewusster Standpunkte weiter führen möchte (nicht zuletzt auch mit dem Hintergrund, Studentin und Radiomoderatorin Karin (Sabrina Reiter) zu beeindrucken, die von deutlich konsumkritischer Überzeugung ist), hält Kurt nichts von dessen Plänen und möchte das Fischgeschäft gewinnbringend und so schnell als möglich verkaufen. Unterstützung erfährt Kurt darin auch durch seine Mutter.
Zwischen den Brüdern herrscht zunächst gegenseitiges Misstrauen und ihre Zusammenarbeit ist geprägt von Streitigkeiten. Beide sehen sich mit den Herausforderungen von Globalisierung und Konkurrenz in Form eines um die Ecke lauernden Lebensmitteldiscounters konfrontiert. Gemeinsam ist den beiden Brüdern lediglich das Interesse an Karin - was allerdings zu weiteren Konflikten führt.
Erst mit der Zeit erkennen die Brüder, dass sie mehr Gemeinsamkeiten verbinden, als sie vermutet hätten - als Kurt und Martin sich aber schließlich zusammenraufen, müssen sie erkennen, dass sie den Zeitpunkt verpasst haben, zu dem es noch möglich gewesen wäre, Potenziale des Fischladens zu nutzen.
Vor einem Neuanfang sehen sich beide Brüder mit der Aufgabe konfrontiert, zunächst individuelle Altlasten zu bekämpfen und aus dem Weg zu räumen.

Aspekte der dargestellten Familiendynamik finden sich beispielsweise in Sätzen wie 'Red lieber mit der Mama, die hat dich in die Welt gesetzt, die muss dich verstehen!'

Homepage: http://www.poool.at/jart/prj3/poool/movie.jart?rel=de&content-id=1234179...