Tatort - Falsch verpackt

Tatort - Falsch verpackt

Aichholzer
Regie: 
Sabine Derflinger
Darsteller: 
Harald Krassnitzer als Hauptkommissar Moritz Eisner
Adele Neuhauser
Nahoko Fort
Thomas Freudensprung
Erwin Steinhauser
Thomas Stipsits
Stefanie Dvorak
Stefan Puntigam
Simon Schwarz
Drehzeitraum: 
14.6.2011 bis 22.7.2011
Drehort: 
Wien & Umgebung
Synopsis: 

Wenn die Schule zum "Tatort" wird: Pressetermin bei den Dreharbeiten zu "Falsch verpackt" (AT)

Sabine Derflinger inszeniert Krassnitzers und Neuhausers vierten Fall
Dort, wo bis vor kurzem noch Schüler die letzten Prüfungen vor den Sommerferien absolvierten, dreht sich derzeit alles um die Suche nach dem Täter. Schließlich liefen in der AHS Heustadelgasse im 22. Bezirk in Wien bei einem Setbesuch am Mittwoch, dem 6. Juli 2011, die Dreharbeiten zum jüngsten "Tatort"-Fall "Falsch verpackt" (AT) und die Ermittlungen im dort eingerichteten Kommissariat auf Hochtouren.

Und während Harald Krassnitzer mit seiner neuen Arbeitskollegin Adele Neuhauser und Fernsehtochter Tanja Raunig beruflich wie privat gleich zwei starke Frauen zur Seite stehen, ist nun für noch mehr Frauenpower gesorgt - und zwar hinter der Kamera, denn erstmals übernimmt bei einem Austro-"Tatort" eine Frau die Regie. Die mehrfache Preisträgerin Sabine Derflinger, die u. a. für die vom ORF im Rahmen des Film-/ Fernsehabkommens unterstützte Kinoproduktion "Tag und Nacht" verantwortlich zeichnet, inszeniert seit 14. Juni und noch voraussichtlich bis 13. Juli in Wien Eisners nunmehr 28. Fall. Darin taucht das rot-weiß-rote Ermittlerduo tief in die illegalen Geschäfte der chinesischen Mafia ein, und Bibi Fellner macht außerdem ein alter Bekannter schwer zu schaffen.

Topbesetzung vor und hinter der Kamera

Neben Krassnitzer und Neuhauser sind in weiteren Rollen u. a. Nahoko Fort, Thomas Freudensprung, Erwin Steinhauer, Thomas Stipsits, Stefanie Dvorak, Stefan Puntigam, Simon Schwarz und Tanja Raunig zu sehen. Das Drehbuch stammt aus der Feder von Martin Ambrosch, der für den ORF-Thriller "Spuren des Bösen" zuletzt mit dem Thomas-Pluch-Drehbuchpreis 2011 ausgezeichnet wurde.

Harald Krassnitzer über die Zusammenarbeit mit Adele Neuhauser: "Ein absoluter Glücksfall"

Harald Krassnitzer über die Zusammenarbeit mit Adele Neuhauser bzw. ihrer Rolle Bibi Fellner: "Hervorragend. Da kann man nur glücklich sein, wenn man so eine Partnerin hat. Aber die Beziehung ist nicht unkompliziert. Eisner ist ja auch nicht gerade unkompliziert, manchmal ist er ein bisschen der Strengere, wohingegen Bibi die nach Leben Lechzende ist. Und wenn das aufeinander prallt, kann das schon sehr unterschiedlich sein, aber auch sehr harmonisierend. Manchmal gehen sie auch einen gemeinsamen Weg und entwickeln einen gemeinsamen Witz. Und das ist die Spannung, die wir diesen Figuren mit großer Leidenschaft zukommen lassen - und mit großer Freude stellen wir fest, dass das auch Erfolg hat. Adele Neuhauser ist für mich eine der spannendsten und aufregendsten Schauspielerinnen, die wir in Österreich haben - und zwar dahingehend, dass diese Frau einfach unglaublich viele Facetten hat. Darüber hinaus ist sie ein Mensch, der immer danach trachtet, zu geben, sich einbringt und enormen Humor hat. Ein absoluter Glücksfall. Es ist eine klare, einträchtige Harmonie zwischen uns."

Adele Neuhauser: Eine Figur mit einem "leichten Unsicherheitsfaktor"

Für Adele Neuhauser ist es der nunmehr vierte Fall, in dem sie gemeinsam mit Harald Krassnitzer auf Spurensuche geht. Wie sich die Rolle entwickelt? "Bibi Fellner hat nach wie vor ein Problem und noch ein bisschen länger mit sich und der Welt zu kämpfen. Aber ich glaube, das gibt ihr auch eine Dimension, die die Geschichte noch spannender hält. Sie ist nicht diese perfekte Polizistin, es gibt immer einen leichten Unsicherheitsfaktor, und sie ist immer mit sich und der Welt am hadern - auch wenn sie große Fähigkeiten hat und diese auch einbringen soll." Über den aktuellen Fall: "Es werden drei Leichen in einem Container gefunden, der vollgefüllt ist mit Hühnerfüßen und nach Asien transportiert werden soll. Es sind einige Leute in den Fall verwickelt, die chinesische Mafia hat ihre Finger mit drin. Schließlich wird noch eine weitere Leiche aufgefunden, und es wird plötzlich jemand zu einem Mordverdächtigen, zu dem ich einen wichtigen Kontakt habe. Es ist also ziemlich verzwickt."

Regisseurin Sabine Derflinger: "Ein sehr humorvoller 'Tatort'"

Als erste weibliche Regisseurin eines Austro-"Tatorts" zeichnet Sabine Derflinger derzeit für die Inszenierung des jüngsten Falls "Falsch verpackt" (AT) verantwortlich. "Ich habe schon in Deutschland einen Fernsehkrimi gemacht, wollte immer schon gerne einen 'Tatort' machen und bin froh, dass es nun so ist. Schon als Kind habe ich mich unter dem Küchentisch versteckt, um einen 'Tatort' schauen zu können." Ob Derflinger Unterschiede zur Arbeit männlicher "Tatort"-Regisseure sieht? "Ich bin so individuell als Individuum, wie meine männlichen Kollegen individuell als Individuen sind. Das würde ich nicht auf die Geschlechterfrage beziehen." Über das Besondere an diesem Fall: "Wir haben wunderschöne, zum Teil sehr Wienerische, zum Teil exotisch anmutende Locations - u. a. im Prater, in einem chinesischen Lokal und eben auch hier in der AHS Heustadelgasse. Thematisch dreht sich der Fall ums Essen, und das Besondere ist mit Sicherheit neben den Figuren auch der Humor - es ist ein sehr humorvoller 'Tatort'". Über die Umsetzung: "Natürlich versucht man, die Linie fortzuführen, besonders was die Figuren betrifft und diese auch noch weiterzuentwickeln. Gleichzeitig schaut man sich natürlich die anderen 'Tatorte' an - nichtsdestotrotz ist es ein spezielles Buch, das eine spezielle Form der Umsetzung verlangt, und natürlich gibt es auch so etwas wie eine eigene Handschrift."

Mehr zum Inhalt

Beim Verladen eines Kühlcontainers im Wiener Donauhafen Albern wird entdeckt, dass das Kühlaggregat nicht funktioniert. Der Container wird geöffnet und neben Tonnen an Hühnerresten werden drei tote Chinesen gefunden. Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) werden mit dem Fall betraut. Nahezu gleichzeitig wird ein betrunkener Chinese verhaftet, der in einem Chinalokal randalierte.

Am nächsten Morgen apportiert der Hund eines Pensionisten eine abgeschnittene Hand. Die Ermittlungen ergeben rasch, dass die Hand zu jenem in der vergangenen Nacht inhaftierten, jedoch kurz darauf auf Fürsprache des Chefs der Fremdenpolizei, Dr. Oskar Welt (Erwin Steinhauer), freigelassenen Chinesen gehört. Bei der Suche nach weiteren Leichenteilen im Umkreis der Wohnung des Chinesen Tsao Kang (Johannes Ahn) wird man in den Mülltonnen der benachbarten Häuser fündig. Und Moritz Eisner und Bibi Fellner können als Tatort des Mordes an Tsao Kang dessen Wohnung feststellen.

Die Spuren der drei Leichen aus dem Container und die des ermordeten Tsao Kang führen zu einem Fleischgroßhändler namens Klaus Müller (Martin Brambach), der sich als die Ahnungslosigkeit in Person gibt, Bibi aber deshalb umso verdächtiger erscheint. Dann führt aber eine konkrete Spur zu einem alten Bekannten. Auf der Tatwaffe im Mordfall Tsao Kang finden sich Fingerabdrücke von Inkasso-Heinzi (Simon Schwarz), einem Freund von Bibi Fellner. Moritz und Bibi sind fassungslos. Ist der Kleinganove und Puff-Besitzer Heinzi wirklich ein Mörder? Eine Leiche zu zerstückeln trauen ihm die beiden nicht zu. Dennoch scheint er bei seinen windigen Geschäften mit Tsao Kang in Verbindung gestanden zu sein. Immerhin macht er sich durch seine spontane Flucht äußerst verdächtig.

Moritz Eisner und Bibi Fellner tauchen bei ihren weiteren Ermittlungen tief in die unvorstellbaren illegalen Geschäfte der chinesischen Mafia ein, in die, wie es scheint, sowohl der Fleischgroßhändler Müller als auch der Chef der Fremdenpolizei Dr. Oskar Welt involviert sind. Und da gibt es noch die geheimnisvolle Frau Gu, die Chefin des chinesischen Restaurants, bei der alle Fäden zusammenzulaufen scheinen.